Anleitung zum Burn-Out: ErnährungLesedauer 4 Min.

Hast du seit der Uni oder Ausbildung kein Gramm zugelegt? Während Deine Kolleginnen und Kollegen zu Cordon Bleu, Chili con Carne und Spaghetti Bolognese greifen, stellst du dir einen leckeren Salat zusammen? Und erfreust du dein Büro bei Diskussionen zu Ernährung und Diäten mit Sätzen wie “Ich kann essen, was ich will, ich nehme einfach nicht zu”?

Dann heißt es für dich jetzt Abschied nehmen von Vitaminen, Eiweiß und Ballaststoffen. Streiche Wörter wie Weight Watchers oder Brigitte-Diät aus deinem Vokabular. Denn wer ausbrennen will, muss erst einmal genug Kalorien zum Verbrennen mit sich herumtragen. Wie du gleichzeitig auf schädliche Bewegung verzichtest, um dein Kalorienkonto ordentlich ins Plus zu bekommen, erfährst du im Artikel über Sport. Sei Dir sicher: Du bekommst deine Investitionen mit Zins und Zineszins wieder zurück.

Die Erfolgsformel für deine Ernährung

Theoretisch ist alles ganz einfach: Du verfügst über einen sogenannten Grundumsatz, also Kalorien, die du ohne körperliche Betätigung jeden Tag benötigst. Dazu kommt dein Leistungsumsatz, also zusätzliche Kalorien, die du durch Arbeit, Sport usw. verbrennst.

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Deine Burn-out-Ernährungsumstellungsformel, kurz Boef, lautet:

Boef-Formel

Nachfolgend die wichtigsten Tipps, wie du dieses Ziel mühelos und schnell erreichst.

Es gibt immer einen Grund

Bevor wir über die richtige Zusammenstellung deiner Ernährung sprechen, mache dir eines ganz klar: Es gibt immer einen Grund, etwas essen. Ob Frust, Freude, zu viel Schlaf, zu wenig Schlaf, Trauer, Langeweile oder Stress: Mit einer (zwei/drei) Tafel(n) Schokolade liegst du eigentlich nie falsch.

Achte auch immer darauf, einige kalorienreiche Snacks bei dir zu tragen. Denn manchmal ist das nächste McDonald’s -“Restaurant” doch zu weit entfernt für eine kleine Zwischenmahlzeit.

Fett: Immer dick auftragen

Ungesättigte Fettsäuren. Da steckt die fehlende Befriedigung doch schon im Namen. Greife lieber zu gesättigten Fettsäuren, die du in Butter, Sahne, Fleisch oder Keksen findest. Wenn du zu Anfang Schwierigkeiten hast, bei deiner Ernährung auf Obst und Gemüse zu verzichten, kann Fett dir den entscheidenden Kalorienkick geben. Als Faustregel: Ein Salat ist dann richtig angemacht, wenn man ihn unter dem Dressing nicht mehr sehen kann. Verfeinere Erdbeeren mit Schlagsahne oder Mascarpone. Und nimm anderes Obst ab jetzt nur noch in Form von Kuchen zu dir.

Zucker: Das süße Leben

Wer sagt eigentlich, dass Spaghetti-Eis kein Mittagessen ist? Eben. Besonders Desserts sind deine Freunde. Mit ein wenig Kreativität kannst du aber auch in fast jeder anderen Mahlzeit noch eine schöne Portion Zucker unterbringen. (Ausnahme: Fertiggerichte. Hier erledigt das die Nahrungsmittelindustrie gleich für dich. Service, der begeistert.)  Im Zweifelsfall ergänze deine Ernährung um Softdrinks – Achtung: Finger weg von Light-Getränken – und Fruchtsäfte. Der Geheimtipp: Achte auf die Bezeichnung “Nektar” oder “Fruchtsaftgetränk”. Hier bekommst du völlig gratis eine ordentliche Ladung Industriezucker, die deine Ernährung und dich in kurzer Zeit abrunden wird.

Das Sättigungsgefühl überlisten

Normalerweise sagt uns Mutter Natur ja, wann wir genug haben. Davon solltest du dich aber bei deiner neuen Ernährung nicht irritieren lassen. Die gute Nachricht: Je mehr du dein Sättigungsgefühl ignorierst, umso mehr wird sich dein Magen ausdehnen. Schnell hast du zusätzlichen Platz gewonnen und das Sättigungsgefühl lässt länger auf sich warten. Anfangs kann es übrigens helfen, möglichst schnell zu essen, um das Sättigungsgefühl zu überlisten, welches sich normalerweise erst nach ca. 20 Minuten einstellt. Vermeide Wasser und andere kalorienarme Getränke beim Essen. Sie kosten dich nur wertvollen Platz. Alkohol ist dagegen sehr empfehlenswert. Die zusätzlichen Kalorien sind nicht zu verachten. Gleichzeitig schalten vor allem hochprozentige Begleiter das Sättigungsgefühl ab. Und nicht nur das. Sie helfen auch gegen lästige Hemmschwellen oder Schamgefühle, die bei einer Fressorgie durchaus einmal aufkommen können.

Der Erfolg deiner neuen Ernährung …

… wird nicht lange auf sich warten lassen. Mit entsprechender Disziplin wirst du die Erfolge sehr schnell auch ohne lästiges Nachmessen im Spiegel erkennen können. Spürst du die Kurzatmigkeit beim Treppensteigen? Schwitzt du viel stärker als früher? Und überfällt dich manchmal ein betörender Schwindel? Glückwunsch, du bist deinem Burn-out wieder ein fettes Stück nähergekommen. Oder wie es  deine Freunde und Bekannten vielleicht ausdrücken werden: Du fettes Stück bist dem Burn-out ein Stück nähergekommen.

Jetzt mal im Ernst

Falls du lachen mussten – großartig. Und wenn du noch mehr lachen möchtest, lies am besten die ganze Serie “Anleitung zum Burn-Out“.

Wenn Du Dich dagegen jetzt fragst, wozu dieser Text gut sein soll, hier noch ein paar erläuternde Worte. Viele Menschen mit körperlichen oder seelischen Beschwerden fühlen einen gewaltigen und manchmal nur schwer zu ertragenden Leidensdruck.

Die Fähigkeit, das Leben mit etwas entspannter Abgeklärtheit und Humor zu nehmen, ist ihnen abhanden gekommen. Trauer, Wut, Schmerz und Scham bestimmen große Teile ihrer Gefühlswelt. Ein Flucht in Alkohol, Drogen, übermäßiges Essen oder andere Formen falscher Ernährung ist nicht gerade selten.

Die Zahl der gelesenen Selbsthilfe-Ratgeber füllt ein halbes Bücherregal. Nur besser fühlt man sich nicht  Im Gegenteil, die Verzweiflung steigert sich eher noch, weil man mit  den “drei Schritten zum Glück” oder den “10 goldenen Regeln zur perfekten Partnerschaft” dem Ziel eines besseren Lebens nicht einen Millimeter näher gekommen ist. Gleichzeitig fühlt man sich als Versager. Es ist doch angeblich so einfach.

Häufig beginnt der Klient dann eine Psychotherapie mit der Vorstellung , der Therapeut möge ihm nach kurzem Nachdenken über sein Problem eine Gebrauchsanweisung überreichen, die, nur konsequent genug befolgt, alle Probleme zum Verschwinden bringt und ein Füllhorn des Glücks über den Klienten ausschüttet. Diese Hoffnung erfüllt sich natürlich nicht und kann gerade zu Beginn der Therapie zu großer Frustration führen.

Nicht erst seit Paul Watzlawicks “Anleitung zum Unglücklichsein” setzen Therapeuten und Coaches Witz und Humor ein, um ihren Klienten neue Perspektiven auf Ihre Krankheit zu eröffnen. So machen sie verschüttete Ressourcen wieder zugänglich. Statt mit erhobenem Zeigefinger Ratschläge zu erteilen, bringen Sie voller Wertschätzung Lachen und Freude in das Leben der Erkrankten zurück. Sie verhelfen Ihnen so zu mehr Akzeptanz für Ihre Situation. Außerdem versetzen Sie sie in die Lage, neue Lösungen für ihre Probleme zu finden. Wer schon einmal z. B. Sessions mit Therapeuten wie Richard Bandler oder dem leider bereits verstorbenen Frank Farrelly gesehen hat, kann das sicherlich gut nachvollziehen.

Darüber hinaus kann das überzeichnete “Anti-Beispiel” dieses Textes sehr hilfreich sein, um einen Einstieg in die Frage nach besseren Wegen zu finden. Daher mein Appell an Dich: Gehe öfter einmal bei Rot über die Straße. Die Mutter mit dem kleinen Kind wird Dir für das hilfreiche Negativbeispiel sehr dankbar sein – auch wenn sie es vielleicht in diesem Moment nicht zeigen kann.

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