Aufschieben: So entkommst der “Morgen fange ich damit an”-FalleLesedauer 3 Min.

Du kennst das sicher: Du möchtest etwas Neues lernen oder hast eine Aufgabe, um die du dich kümmern musst. Und du versprichst dir, dass du damit anfängst, sobald du einmal ein oder zwei Stunden Zeit dafür hast. Das Problem: Diese Zeit kommt entweder gar nicht oder so selten, dass du die Dinge immer wieder aufschieben musst. Letztlich erlebst du keine Erfolge und gibst frustriert auf. Im schlimmsten Fall findest du keine Motivation für neue Projekte mehr. Denn du hast ja gelernt, dass es sowieso nicht klappen wird. Dein innerer Kritiker erledigt dann deinen letzten Rest Selbstvertrauen.

Absurde Überzeugung

Dabei würden wir auf eine so absurde Idee bei vielen Dingen gar nicht kommen und Aufschieberitis betreiben. Der Grund: Sie sind fester Bestandteil unserer täglichen Routinen, wie Zähneputzen. Wir kämen gar nicht auf die Idee, sie aufzuschieben. Wie würden deine Zähne auch aussehen, wenn du statt fünf Minuten pro Tag einmal im Monat zwei Stunden putzen würdest – natürlich nur, siehe oben, wenn du endlich einmal so viel Zeit dafür gefunden hast?
Bevor sich zu viele Bilder von dem dann bevorstehenden Zahnarztbesuch in deinem Kopf entwickeln, lass uns lieber über eine Lösung sprechen.

So vermeidest du das Aufschieben

Wie schon die alte Langnese Magnum-Werbung wusste: Manchmal muss man Prioritäten setzen.

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Folgende fünf Schritte können dir helfen, dein Ziel zu erreichen und das Aufschieben, im Fachjargon auch Prokrastination genannt, zu vermeiden:

  1. Klare Prioritäten setzen: Ist dieses Ziel für dich wirklich wichtig und bist du bereit, es in deinen Tagesablauf einzubauen? Wenn nein, lass es und erspare dir die obige Schleife aus schlechten Gefühlen. Wenn ja, nutze Techniken wie SMART (spezifisch, messbar, erreichbar, realistisch, terminierbar), um deine Ziele zu setzen.
  2. Tagesablauf planen: Wie stellst du sicher, dass du mehrmals die Woche, und wenn es nur ein paar Minuten sind, an diesem Ziel arbeitest?
  3. Pomodoro-Technik nutzen: Wenn du mehr über diesen Ansatz von Francesco Cirillo erfahren möchtest, findest du hier weitere Informationen. Die Quintessenz: Plane einen kurzen Zeitraum und stelle sicher, dass du in dieser Zeit völlig auf deine Aufgabe konzentriert bist, also keine Emails, kein Facebook, Twitter, Instagram, kein Telefon, sondern völlige Ruhe und Konzentration. Nutze einen Timer, um diese Zeit zu reservieren.
  4. Fortschritte reflektieren: Viele von uns neigen dazu, Fortschritte zu übersehen oder klein zu reden. Geh nicht in diese Falle.
  5. Auch kleine Erfolge feiern: Dieser Punkt wird häufig vergessen, obwohl er für die Motivation sehr wichtig ist. Womit belohnst du dich für deine Disziplin?

Falls du Zweifel hast, ob dein Projekt Platz in deinem Leben hat, frage dich, wie viel Zeit du beispielsweise mit Facebook, Netflix oder anderen Zeitfressern verbringst. Was wird dich im Leben weiter bringen: Das oder dein neues Projekt? Eben. Und es ist nur eine Frage deines persönlichen Zeitmanagements.

Ein Beispiel

Als ich mit dem Meditieren begonnen habe, sah meine Vorstellung ungefähr so aus: Ich werde jeden Tag eine Stunde meditieren, egal, was in meinem Leben gerade los ist oder wo ich mich aufhalte. Zur Not schlafe ich entsprechend weniger. In kurzer Zeit werde ich ein wahrer Meister sein, der sich mit wenigen Atemzügen völlig versenken kann. Unter fünf bis sieben Stunden Mediation pro Woche hat das ganze gar keinen Sinn.

Jeder, der auch nur ein wenig Erfahrung mit dem Thema hat, hätte vermutlich bei dieser Zielbeschreibung die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen oder mich milde angelächelt. Und natürlich scheiterte ich schon nach wenigen Tagen grandios und war ziemlich frustriert. Vor allem merkte ich, dass die Vorstellung, am nächsten Tag wieder meditieren zu müssen, mich regelrecht abschreckte. Aus einem erstrebenswerten Ziel war etwas geworden, was mich schon belastete, wenn ich nur daran dachte. Und so begann ich mit dem Aufschieben.

Die Lösung

Mit obiger Technik bin ich nun wesentlich erfolgreicher:

  • Ich habe mir klar gemacht, dass ich kein ZEN-Kloster eröffnen und Schüler um mich scharen, sondern lediglich mein eigenes Wohlbefinden etwas verbessern möchte. Das ist mir aber sehr wichtig.
  • Ich plane jeden Tag 5 – 10 Minuten für Meditation ein. Das klappt praktisch immer, notfalls direkt vor dem Schlafengehen. Normalerweise mache ich meine Mediation möglichst früh am Tag im Sinne eines “First things first” und vermeide das Aufschieben. Außerdem freue ich mich dann schon morgens, weil ich etwas getan habe, was mir wichtig ist und Freude macht. Ein guter Start in den Tag.
  • Ich quäle mich aber auch nicht tagelang selber, wenn es einmal einen Tag partout nicht geklappt hat und stelle das ganze Ziel in Frage. Am nächsten Tag geht es wieder weiter.
  • Ich freue mich, wenn ich merke, dass ich etwas länger “frei von Gedanken bin” und mich nach der Meditation entspannter fühle oder merke, dass ich im Alltag fokussierter bin.

Ein passender Satz des Kung Fu-Meisters Bruce Lee: Ich fürchte nicht den Mann, der 10.000 Kicks einmal geübt hat, aber ich fürchte mich vor dem, der einen Kick 10.000 mal geübt hat.

Ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen und Kommentare mit dem Aufschieben und deinen Strategien, es zu vermeiden.

Wenn du übrigens bei der Pomodore-Technik ganz stilecht dem Entwickler Francesco Cirillo folgen möchtest, findest du bei Amazon den passenden Küchenwecker.

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Zuletzt aktualisiert am 17. November 2018 um 23:14 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

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