Negative Gedanken und Gefühle: Ablenkung, Vermeidung oder radikale Akzeptanz?Lesedauer 1 Min.

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Wir essen Probleme weg.
Und sie kommen wieder.

Wir hungern Probleme weg.
Und sie kommen wieder.

Wir trinken Probleme weg.
Und sie kommen wieder.

Wir trainieren Probleme weg.
Und sie kommen wieder.

Wir meditieren Probleme weg.
Und sie kommen wieder.

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Wir fernsehen Probleme weg.
Und sie kommen wieder.

Wir schlafen Probleme weg.
Und sie kommen wieder.

Wir surfen Probleme weg.
Und sie kommen wieder.

Wir arbeiten Probleme weg.
Und sie kommen wieder.

Und so weiter?

Oder müssen wir als erstes akzeptieren, dass alle diese Kontroll- und Vermeidungsstrategien letztlich zum Scheitern verurteilt sind? Radikale Akzeptanz lernen?

Der Ansatz der sogenannten Akzeptanz-Commitment-Therapie (ACT) geht von dieser Idee aus. Kämpfen oder Fliehen – das sind unsere beiden biologischen Programme, wenn wir Stress oder negativen Gedanken und Gefühlen ausgesetzt sind. Beide Strategien helfen möglicherweise kurzfristig, aber am Ende stellen wir überrascht und frustriert fest, dass wir wieder vor denselben Problemen stehen. Anstatt unsere Herangehensweise zu ändern, versuchen wir häufig mehr vom Selben – und enden mit noch größeren Schwierigkeiten.
Die Lösung: Frieden schließen anstatt zu kämpfen oder wegzulaufen. Negative Gedanken und Gefühle zulassen, ihnen Raum geben und sie dabei als das wahrnehmen was sie sind: vergängliche Gedanken und Gefühle, nicht die Realität.  Das ist aber kein Aufruf zur Passivität, im Gegenteil. Wir müssen danach fragen, was für uns im Leben von Wert ist und unser Handeln konsequent auf diese Werte ausrichten.

Das ist einfacher gesagt als getan, aber die ACT  bietet – Stichwort Achtsamkeit und radikale Akzeptanz – Wege an, um dieses Ziel zu erreichen. Ich hoffe du bist neugierig geworden, demnächst folgt dazu ein längerer Artikel.

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2 Gedanken zu „Negative Gedanken und Gefühle: Ablenkung, Vermeidung oder radikale Akzeptanz?

  • 10. Mai 2018 um 22:54
    Permalink

    Diese Vermeidungsstrategieen habe ich in der Tat schon probiert. Die negativen Gedanken kommen wieder. So richtig auf was freuen oder ein Ereignis positiv genießen geht kaum. Ich habe nie viel von Seelenklemptnern gehalten aber ich sollte mich auch in diese Richtung mehr öffnen.

    Antwort
    • 12. September 2018 um 08:32
      Permalink

      Hallo Peter,
      wenn die Freude im Leben verloren geht, ist das schon ein Warnsignal. Im Internet wird leider auch viel unwissenschaftlicher Quatsch zu dem Thema verbreitet. Ich würde empfehlen:
      https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe
      Hier gibt es einen (natürlich anonymen) Selbsttest und grundlegende Infos, wie man sich Unterstützung holen kann. Außerdem Infos für Angehörige. Zum einen kann deren Unterstützung sehr hilfreich sein, zum anderen leiden sie häufig auch unter der Erkrankung des Familienmitgliedes.
      Und wenn es keine schwerwiegende Geschichte ist, was sich relativ schnell rausstellen wird, dann umso besser. Aber Abklärung und ggf. frühes Eingreifen ist auf jeden Fall sinnvoll.
      Alles Gute!

      Antwort

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