Der beste Tag meiner SelbständigkeitLesedauer 2 Min.

Wahrscheinlich vermutest du, dass ich jetzt von einem dicken Auftrag erzähle, den ich an Land gezogen habe.  Oder von einem perfekt verlaufenen Trainingstag mit begeisterten Teilnehmern. Vielleicht auch von der Belohnung, die ich mir von den ersten Einnahmen meiner Selbständigkeit geleistet habe, um meinen Erfolg zu feiern.

Als ich für diesen Artikel aber darüber nachdachte, welcher Moment in meiner noch relativ kurzen Selbstständigkeit sich wirklich einzigartig und großartig angefühlt hatte, kam mir eine ganz andere Situation in den Sinn.

Die Verlockung

Ich hatte damals anstrengende Tage hinter mir. Viele Aufträge, durchgearbeitete Wochenenden und die laufende Woche hatte bis jetzt auch eher kurze Nächte gehabt. Für das nun folgende Wochenende hatte ich beschlossen, nicht zu arbeiten, um mich zu erholen. Lesen (keine Fachliteratur), Sport, Wellness, Freunde treffen. Aber auf keinen Fall würde ich die Tage vor dem PC verbringen.

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Am Freitagabend bekam ich dann eine Mail. Ein Unternehmen, mit dem ich bisher noch nicht zusammengearbeitet hatte, meldete sich mit einem anspruchsvollen, kurzfristigen, aber lukrativen Auftrag bei mir.

Der Luxus

Klar war aber auch: Das freie Wochenende konnte ich abhaken, um die Deadline zu halten. Ich seufzte innerlich und wollte schon fast automatisch den Auftrag annehmen. Aber dann hielt ich plötzlich inne und entschied mich, schlicht und einfach Nein zu sagen. Ich schrieb eine freundliche Mail an den potentiellen Auftraggeber, lehnte den Auftrag aber dankend ab. Dann schaltete ich meinen PC aus und verbrachte ein traumhaftes Wochenende.

Die Erkenntnis

Erst einige Zeit später ging mir das Ganze noch einmal durch den Kopf und mir wurde klar, dass sich etwas sehr Wichtiges verändert hatte: Ich war so erfolgreich, dass ich es mir leisten konnte, Aufträge abzulehnen, Nein sagen zu können. Anders gesagt: Ich war frei.

Einige Monate vorher hätte ich ein Nein noch nicht über mich gebracht. Die Angst, dass ich bald ohne Einnahmen dastehen und vielleicht deutlich schlechter bezahlte Aufträge annehmen müsste oder ganz scheitern würde, wäre mir viel zu groß vorgekommen. Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich schon bald mehr Aufträge bekommen würde als ich bewältigen kann, hätte ich es schlicht und einfach nicht geglaubt.

(Falls dich das Thema Start in die Selbständigkeit interessiert, du aber ein paar kritische Stimmen in deinem Kopf hörst, findest du für den Umgang mit Ängsten übrigens in meinem Artikel Selbstständig machen? So besiegst du deine Angst ein paar wichtige Anregungen.)

Die Zukunft

Natürlich hoffe ich, dass dieser Moment in meiner Erinnerung bald nur noch der zweit- oder sogar nur noch drittbeste ist. 🙂 Dankbar für diese Erfahrung werde ich aber auf jeden Fall bleiben.

Und was war dein bester Moment?

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