Selbstständig machen? So besiegst du deine AngstLesedauer 4 Min.

Du denkst schon lange darüber nach, dich selbst selbstständig zu machen, aber die Stimme in deinem Kopf hält dich zurück?
– Was kann ich schon, wofür andere Geld bezahlen würden?
– Das ist viel zu kompliziert.
– Wenn das schiefgeht, bin ich pleite.
– Das ist doch viel zu unsicher.
– Ich weiß doch gar nicht, wie das geht.
– Wo sollte ich überhaupt anfangen.
Die Liste könnte man wohl noch beliebig fortsetzen. Wenn dich die Angst vor der Selbstständigkeit vom ersten Schritt abhält, solltest du diesen Artikel lesen. Ich gebe dir wertvolle Tipps, wie du diese Ängste besiegst, und schildere dir echte Beispiele aus meinem eigenen Start ins selbstbestimmte Arbeiten.

Angst vor der Selbstständigkeit 1: Ich will hier weg, aber kann nicht

Viele von uns denken in Zeiten der Krise über eine Selbstständigkeit nach. Ein Job, der sich abgenutzt hat, Ärger mit Vorgesetzten, mangelnde Entscheidungsspielräume, Arbeit im anonymen Großraumbüro usw. Das Problem: In so einem Zustand mangelt es oft am nötigen Selbstvertrauen und der Bereitschaft, einen mutigen neuen Weg einzuschlagen. Da bleibt man lieber im alten Job, bis man krank wird.

Der Tipp für Dich: Stelle dir vor, du bist seit einem Jahr selbstständig und es beginnt, zu laufen. Was wären die Momente, in denen du dich richtig gefeiert hast und merkst: Das war die beste Entscheidung meines Lebens.
Einige Beispiele aus meiner eigenen Erfahrung:
– Ich erhalte meinen Gewerbeschein und meine Umsatzsteuer-ID vom Finanzamt. Bürokratie? Nein, ich habe mich erfolgreich durch den Papierkram gekämpft und bin jetzt offiziell Unternehmer!
– Ich erhalte meinen ersten Auftrag. Gegen die Konkurrenz habe ich mich erfolgreich durchgesetzt.
– Ich erhalte meinen ersten Folgeauftrag. Die Kunden sind mit meiner Arbeit so zufrieden, dass sie mich weiter engagieren wollen.
– Ich stelle meine erste Rechnung. Vorher hatte ich keine Ahnung von Buchhaltung, jetzt manage ich mein eigenes Business.
– Das erste Geld geht ein. Es ist wahr, ich verdiene mit meiner Selbstständigkeit Geld.
– Ich erhöhe die Preise. Ich habe mehr Aufträge als ich bearbeiten kann. Trotz der Preiserhöhung gewinne ich einen neuen Kunden.
– Ich lehne einen Auftrag ab. Das fällt mir verdammt schwer, denn wer weiß, was die Zukunft bringt. Aber ich vertraue auf meine Fähigkeiten.
– Ich verliere den ersten Kunden. Und es passiert … nichts. Nach kurzer Zeit finde ich neue Kunden und es geht weiter.

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Angst vor der Selbstständigkeit 2: Was kann ich schon?

Eine häufige Angst vor der Selbstständigkeit hängt mit der Frage zusammen, womit man überhaupt sein Geld verdienen kann.

Die Tipps für dich:

  1. Mach dir glasklar, dass nicht jeder erfolgreiche Selbstständige Elon Musk, Bill Gates oder Steve Jobs heißt. Es gibt immer noch jemanden, der schlauer, begabter, erfahrener und innovativer ist als du. Das macht aber rein gar nichts, denn du willst dich ja nur selbstständig machen und nicht Apple 2 gründen und Milliardär werden. Wenn es denn doch passiert, ist aber natürlich auch nichts dagegen einzuwenden …
  2. Betrachte deine bisherige Berufserfahrung einmal anders. Du machst seit X Jahren einen bestimmten Job. Du hast die Aus- und Weiterbildungen XYZ. Das bedeutet: Du bist Experte. Und du bist ganz sicher, dass dich dafür niemand als Freelancer bezahlen will? Übrigens habe ich die Erfahrung gemacht, dass mir einige Aufgaben, die ich als Angestellter ziemlich über hatte, als Selbstständiger plötzlich wieder Spaß machen. Lies hierzu auch meinen Artikel Work-Life-Balance: Der Mythos der Waage.
  3. Versteck dich nicht in Fortbildungen. Natürlich ist es sinnvoll, noch fehlende Kompetenzen aufzubauen. Aber wie oft höre ich: “Ohne die X-jährige Ausbildung zum Y kann ich das gleich vergessen.” Fang lieber eine Nummer kleiner an. Aber: Fang jetzt an.

Ich bin zum Beispiel selbst kein ausgebildeter Übersetzer oder Dolmetscher – und verdiene trotzdem gutes Geld. Auch habe ich nie in einer Werbeagentur gearbeitet oder bin gelernter Lektor – und trotzdem bin ich als Texter erfolgreich.

Angst vor der Selbstständigkeit 3: Das liebe Geld

Machen wir uns nichts vor: Wenn jeder von uns einen reichen Gönner oder ein dickes finanzielles Polster im Hintergrund hätte, sodass wir im Notfall weich fallen, würden wohl viele von uns nicht mehr jeden Tag ins Büro gehen. Gleichzeitig bedeutet der Schritt in die Selbstständigkeit häufig gerade in der Anfangszeit finanzielle Investitionen und Einbußen und ein unsicheres Einkommen. Als ich begann, mich als Texter, Übersetzer und Trainer selbstständig zu machen, sah mein Stundenlohn im Vergleich zu meinen früheren Konzerngehältern eher bescheiden aus. Auch muss ich nun öfter mal am Wochenende arbeiten. Und als der erste Kunde wegen einer Insolvenz wegbrach, spürte ich die Angst im Genick. Was also tun?

Dazu drei wichtige Tipps:

  1. Mach dir klar, was dir deine neu gewonnene Freiheit wert ist. Mich stressen z. B. lange Arbeitstage in meiner Selbstständigkeit deutlich weniger als in meinem Job als Angestellter und ich habe abends und am Wochenende noch Energie für Sport oder um Freunde zu treffen.
  2. Bereite dich gründlich vor und überprüfe deine Finanzen. Wie viel Geld brauchst du im Monat wirklich? Worauf kannst du (wenigstens zeitweise) verzichten? Vergiss nicht: Es geht darum, deinen Traum zu verwirklichen. Bist du beispielsweise bereit, dafür ein Jahr lang nicht in Urlaub zu fahren oder nur die Hälfte deiner Urlaubstage für Erholung zu nutzen?
  3. Gehe Schritt für Schritt vor. In vielen Unternehmen kannst du in Teilzeit gehen und dir eine Nebentätigkeit genehmigen lassen. Das sichert dir ein Grundeinkommen und lässt dir Spielraum für den Aufbau deiner neuen Selbstständigkeit.

Als ich selbst gestartet bin, habe ich genau das getan. Mein Arbeitgeber genehmigte meinen Übergang in Teilzeit und die Nebentätigkeit und ich plante so, dass mir dieses Gehalt wenigstens die Miete sichert. Das nahm gerade zu Beginn meiner Selbstständigkeit eine Menge Druck aus dem Kessel. Im Jahr meines Starts gab es keine Fernreise, aber ich fühlte mich wesentlich weniger urlaubsreif als die Jahre zuvor.

Angst vor der Selbstständigkeit 4: Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll

Die häufige Konsequenz: Man fängt gar nicht erst an oder lässt sich schon vom ersten Rückschlag aus der Bahn werfen. Keine Frage, wenn man sich selbstständig macht, steht man einer Menge Fragen gegenüber. Wie gewinne ich Kunden? Welche Honorare sind möglich? Wie melde ich ein Gewerbe an? Was muss ich beim Thema Steuern beachten? Welche Geschäftsausstattung brauche ich? Usw.

Hier meine Tipps für dich:

  1. Du bist nicht allein. Die Frage, die du hast, hatte schon jemand anderes auf dem Planeten. Mit deinem aktuellen Problem hatten schon andere Leute auf dem Weg in die Selbstständigkeit zu finden. Es ist nicht die Frage, ob es eine Lösung gibt, sondern nur, wo du sie findest. Google ist dein Freund.
  2. Lerne am Modell. Irgendwo in deinem Bekanntenkreis gibt es einen erfolgreichen Selbstständigen. Die meisten sind stolz, von ihren Erfahrungen und Erfolgen zu erzählen. Sprich mit Ihnen. Auch im Internet gibt es jede Menge motivierende Erfahrungsberichte. Ein gutes Beispiel findest du hier: https://www.selbstaendig-im-netz.de/
  3. Genieße deine Selbstwirksamkeit: Halte jedes Mal, wenn du ein Problem gelöst hast, das dir gerade noch fast unüberwindlich erschien inne und genieße den Erfolg.

Ich werde diesen Artikel in loser Reihe fortsetzen und ergänzen. Teile ihn gern mit deinen Freunden, die auch über den Weg in die Selbstständigkeit nachdenken. Auch bin ich sehr gespannt, von deinen eigenen Erfahrungen (vielleicht auch Ängsten) zu hören und freue mich auf Kommentare.

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