Eindrücke zur Coronavirus-Pandemie – laufend aktualisiertLesedauer 13 Min.

Update 06.04.2020

Ich werde hier in unregelmäßigen Abständen über die Coronavirus-Pandemie und alles, was ich im Zusammenhang damit interessant finde, schreiben.

Wenn Du auf spannende Links, Videos, Podcasts, Nachrichten usw. stößt, lass es mich gerne wissen.

06.04.2020

“Hammer and dance”. Der Begriff taucht in letzter Zeit öfter auf. Er entstammt dem Fachartikel „The Hammer and the Dance“ des Verhaltensforschers Tomas Pueyo.

Die darin vorgeschlagen Strategie bedeuetet:

  • The Hammer: Eine schnelle und aggressive Antwort auf die Ausbreitung des Virus. Das Ziel: die Ausbreitung des Virus möglichst stark abzubremsen. Das meint also etwas Ähnliches wie “flatten the curve”. Genau in dieser Situation – Stichwort Kontaktsperre – befinden wir uns gerade.
  • The Dance: Wenn es auf diese Weise gelingt, die Ausbreitung abzubremen, beginnt, bildlich gesprochen, der Tanz. Das Ziel: Lockerung der Kontaktsperre bei gleichzeitig kontrollierter Ausbreitung des Virus, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht. Im Gegensatz zu wenigen Wochen sprechen wir hier von vielen Monaten.

In der folgenden Abbildung siehst du auch, welche Maßnahmen in der jeweiligen Phase wichtig sind:

 

Hammer and Dance Tomas Pueyo

Eine gute Zusammenfassung auf Deutsch findest du im Tagesspiegel.

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05.04.2020

Der amerikanische TV-Sender CNBC hat schon im letzten November einen Vergleich zwischen dem Gesundheitssystem der USA und dem andere Länder gemacht.

Ein spannender Perspektivenwechsel für alle, denen hier mal wieder alles zu schlecht ist…

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03.04.2020

Ich muss heute mal eine Lanze für die Bundesregierung brechen.

Am Freitag war der Fragebogen für die Corona-Soforthilfe für Freiberufler und Soloselbständige online.

Am Samstag hatte ich wegen stark einbrechender Umsätze den Antrag gestellt. Der Fragebogen war absolut übersichtlich und einfach gehalten.

Noch am selben Tag kam die Zusage.

Gestern hatte ich das Geld auf dem Konto.

Ich kann nur für mich sprechen, aber das nimmt mir kurzfristig einiges an Zukunftssorgen.

Natürlich hatte nicht jeder das Glück, dass es so schnell geht, denn der Ansturm ist enorm. Allein in NRW waren es gestern schon mehr als 300.000 Anträge eingegangen, die bearbeitet, entschieden und dann ausgezahlt werden müssen.

Aber es ist schon eine tolle Leistung, wie schnell das Gesetz beschlossen und wie unbürokratisch es umgesetzt wird.

In diesem Sinne: Danke – nicht zuletzt auch an die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die Anträge bearbeiten!

Soforthilfe Corona NRW

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02.04.2020

Aus der Reihe nutzloses Halbwissen 😉

Warum heißt es eigentlich Quarantäne?

Das hat mit der großen Pest im 14. Jahrhundert zu tun. Venedig beschloss damals, dass Schiffe 40 (quaranta) Tage im Hafen liegen mussten, bevor die Besatzung von Bord durfte. Die 40 Tage waren damals natürlich nicht wissenschaftlich begründet, sondern willkürlich bzw. aus der Bibel abgeleitet.

Es gibt übrigens in der Zeitschrift GEO EPOCHE eine sehr lesenswerte (und irgendwie aktuelle) Ausgabe über die Pest. Die Ausgabe lässt sich unter diesem Link bestellen.

Pest Quarantäne Venedig

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01.04.2020

Durch meine Arbeit bei UNICEF landen fast jeden Tag Meldungen zu COVID-19 aus vielen Ländern der Erde in meiner Inbox.

Hier mal ein zufällig herausgegriffenes Beispiel: Pakistan.

Auf den ersten Blick sehen die Zahlen für Pandemie-Verhältnisse noch ganz entspant aus. Etwas mehr als 2.000 Infizierte, 25 Tote. Also eine Todesrate von ungefähr einem Prozent und, gemessen an den geschätzt 200 Millionen Einwohnern, eine geringe Zahl an Infizierten.

Aber auch etwas anderes ist recht normal für die Coronavirus-Pandemie:

Infizierte Coronavirus Pakistan

Die exponentiell wachsenden Kurven der Infizierten dürften inzwischen jedem bekannt vorkommen. Aber normal ist eigentlich das falsche Wort. Die Entwicklung ist katastrophal und wir müssen sie soweit wie möglich bremsen.

Immerhin wird die Zahl der Länder und Politiker, die noch immer versuchen, die Situation schönzureden, von Tag zu Tag kleiner.

Selbst Unbelehrbare wie der brasilianische Präsident Bolsonaro rudern inzwischen zurück.

Und auch Donald Trump spricht von über 200.000 Toten in den USA. Man muss befürchten, dass er zum ersten Mal in seiner Amtszeit nicht übertreibt …

Wer sich etwas umfassender informieren will, findet hier einen umfassenden Situationsbericht (auf Englisch) für jedes Land.

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31.03.2020

Noch so eine Märchengeschichte, die im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie immer wieder durch die sozialen Medien geistert: Das Virus wäre sozusagen “der große Gleichmacher”. Ob reich oder arm, schwarz oder weiß, Mann oder Frau (auf “jung oder alt” wird logischerweise verzichtet) – das Virus macht keinen Unterschied. Wir sitzen, so geht das Märchen dann weiter, alle im selben Boot und erleben eine Art natur- oder gottgegebene Gerechtigkeit.

Vor Gott und dem Coronavirus sind alle Menschen gleich.

Auch das ist natürlich ein Witz.

Man kann sich das recht einfach klarmachen.

Mit wem möchte man in diesen Tagen tauschen? Mit der Kassiererin, Altenpflegerin, Krankenschwester? Der alleinerziehenden Hartz 4-Empfängerin mit zwei schulpflichtigen Kindern und einer Mietwohnung mit 50 Quadratmetern ohne Internetzugang?

Oder wäre man doch lieber die gute bezahlte IT-Fachkraft, die sich mit der ebenfalls gerade im Homeoffice arbeitenden Frau und Akademikerin das Arbeitszimmer teilen muss? Mit flüssig laufendem WLAN und einem Laptop pro Kind? Eben.

Ja, es gibt auch Ärzte, die “an der Front” arbeiten. Aber wenigstens sind die gut bezahlt – und rein zahlenmäßig natürlich auch viel weniger als die breite Masse, derer, die täglich für wenig Geld und mit hohem Risiko zur Arbeit geht.

Noch krasser wird das Ganze, wenn mal an richtig arme Länder mit einer entsprechend extremen Schere zwischen arm und reich denkt. Für wen werden die wenigen Beatmungsgeräte dort wohl reserviert werden? Man lese zur Illustration mal den UNICEF-Artikel “DREI BEATMUNGSGERÄTE FÜR ACHT MILLIONEN MENSCHEN“. Was wird aus Menschen, die in Slums leben, und für die Social Distancing und regelmäßiges Händewaschen nicht mehr sind als ein frommer Wunsch?

Auf die Ärmsten der Armen rollt eine Katastrophe zu.

Obwohl, eigentlich muss man sich keine Schwellen- und Entwicklungsländer ansehen. Es reicht schon der Blick nach Amerika. Wer nicht zahlt, wird nicht behandelt. So verstarb ein 17jähriger in der Nähe von Los Angeles, der von einem Krankenhaus abgewiesen wurde, weil er keine Krankenversicherung hatte und deshalb von der Notaufnahme abgewiesen wurde.  Und wer sind die Leute ohne Krankenversicherung? Genau.

Wie so häufig trifft die große Krise diejenigen am härtesten, die schon vorher am wenigsten hatten.

Darüber sollten wir mal nachdenken, wenn wir wieder über die schlechte Skype-Verbindung, das geschlossene Yogastudio oder die vielen auszudruckenden Arbeitsblätter für unsere Kinder jammern.

Corona Gerechtigkeit

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30.03.2020

Der Virologe Christian Drosten ist den Medien stark präsent, zum Beispiel durch Interviews, Teilnahme an Talkshows und den Podcast im NDR.

Dass dem Wissenschaftler dabei alles andere als wohl ist, kann man in seinem Podcast nachhören (ab Minute 26).

Auch die Welt berichtete unter dem Titel „Sehe mich als Comicfigur – und mir wird schlecht dabei“.

Man kann nur hoffen, dass sich jemand, der so kompetent und gleichzeitig unaufgeregt wichtige Fakten liefert, nicht aus der Öffentlichkeit zurückzieht! Auch sehr angenehm, wie Professor Drosten immer wieder die Grenzen zwischen der Wissenschaft (= Fakten liefern) und der Politik (=Entscheidungen treffen) zieht.

Drosten Öffentlichkeit

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29.03.2020

Atmungsgeräte werden ja dringend benötigt. Aber wie funktionieren die eigentlich?

Die FAZ hat dazu ein kurzes und anschauliches Video veröffentlicht:


Ein viel diskutierter Ansatz im Moment ist die passive Immunisierung, also eine indirekte Impfung mit den Blutspenden geheilter Infizierter.

In der FAZ gibt es dazu einen lesenswerten Artikel, der die Chancen und Risiken erklärt.

passive Impfung Blutspene

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28.03.2020

Mein Lacher des Tages:

Trump Corona


An einem Kindergarten gesehen

Kindergarten Corona geschlossen

 


 

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27.03.2020

Heute soll der dringend erwartete Antrag auf Soforthilfe für Soloselbstständige und Kleinunternehmen in Nordrhein-Westfalen online gehen.

Was soll man sagen: Nur keine unchristliche Hast …

Soforthilfe Coronavirus


Die Debatte über die Aufhebung der Schutzmaßnahmen hat begonnen. Etwas polemisch gesagt: Wie viel Tote mehr oder weniger nehmen wir für welches Maß an wirtschaftlichem Schaden in Kauf? Klar ist, dass wir besser früher als später aus der Kontaktsperre aussteigen müssen, um Deutschland wirtschaftlich nicht an die Wand zu fahren. Und es ist sicher richtig, dass die Politik unterstützt von Experten schon jetzt beginnt, dafür Szenarien zu entwickeln.

Ob man diese Diskussion im Moment an die große Glocke hängen und öffentlich diskutieren sollte, ist natürlich eine ganz andere Frage – gerade jetzt, wo die breite Masse der Bevölkerung endlich die notwendigen Maßnahmen befolgt. Entsprechend kann man die Reaktionen von Politikern wie Armin Laschet interpretieren, dass solche Spekulationen suggerierten, man sei schon über den Berg.

Der Wetterbericht für nächsten Tage: in ganz Deutschland sonnig und wärmer. Man darf gespannt sein, ob es an Rhein, Spree, Elbe und Isar in den nächsten Tagen ruhig bleibt oder es mit der Vernunft dann ganz schnell wieder vorbei ist …

Man kann nur hoffen, denn die Zahlen des Robert Koch Instituts sind nach wie vor verheerend, fast 6.000 neue Infizierte seit gestern:

RKI Fallzahlen 27.03.2020

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26.03.2020

Im Moment sehe ich, meist in den Social Media-Kanälen, den Versuch, die Krise rund um das Coronavirus positiv zu deuten. Das klingt dann meistens ungefähr so:

Das Virus ist der Weckruf, den die Welt gebraucht hat. Es zwingt uns, nachzudenken und unser Verhalten zu ändern. Unsere schnelle, hektische, globalisierte, konsumgetriebene, wachstumsgläubige, geldgierige usw. Gesellschaft hat sich überlebt und wird sich nach dieser Krise grundlegend ändern. Wir werden viel achtsamer und nachhaltiger leben, globale Lieferketten aufgeben, die Digitalisierung vorantreiben, die Arbeitswelt umkrempeln, enger zusammenwachsen usw.

Am Ende solcher Fantasien steht nicht mehr und nicht weniger als eine bessere und gerechtere Gesellschaft.

Ob mit “Gesellschaft” nur Deutschland, nur Europa, nur die Industriestaaten oder wirklich alle Länder der Welt gemeint sind, bleibt offen – und damit auch die Frage, ob es überhaupt denkbar ist, dass es bei einer gesellschaftlichen Transformation wirklich nur Gewinner geben kann.

Solchen Vorstellungen sollte man einige Fakten entgegenhalten:

  • Es sterben jeden Tag Tausende von Menschen am Coronavirus. Begreifen wir die als unvermeidliche Opfer, die wir für eine bessere Gesellschaft bringen müssen? Märtyrer, die uns die Erlösung sichern?
  • Die Verschuldung der meisten Staaten aufgrund der aufgelegten Konjunkturprogramme wird weiter massiv steigen. Allein in Deutschland reden wir von 150 Milliarden Euro an zusätzlichen Schulden; diese Last werden zukünftige Generationen tragen müssen
  • Die Gelder, die wir zur Abfederung der Corona-Pandemie einsetzen, werden uns natürlich an anderer Stelle fehlen, z. B. bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels
  • Die Anzahl der Arbeitslosen wird durch Personalabbau und Firmenpleiten in vielen Ländern rasant zunehmen. Beispiel USA: Im Moment werden Arbeitslosenquoten von bis zu 18 % diskutiert ; die entstehenden Kosten müssen die verbleibenden Steuerzahler tragen. Möglicherweise sinken die Löhne, vor allem im Niedriglohnsektor
  • Eine Rückverlagerung globaler Wertschöpfungsketten wird für die Verbraucher – Stichwort Lohnniveaus – zu Preissteigerungen führen; für Schwellen- und Entwicklungsländer könnten die Folgen katastrophal sein, z. B. in der Modeindustrie
  • Beispiel Finanzkrise 2008: Natürlich gab es Maßnahmen, damit sich eine vergleichbare Krise möglichst nicht wiederholt. Aber an den grundlegenden Mechanismen des Kapitalismus hat sich rein gar nichts geändert. Dauerhaft steigende Gewinne durch Wachstum auf der einen und Kosteneinsparungen auf der anderen Seite, sind immer noch das ewige Mantra. Das Gezocke an den Börsen hat sogar eher noch zugenommen
  • Im Moment gibt es nur wenig Hinweise darauf, dass die Länder im Angesicht dieser globalen Krise enger zusammenstehen. Grenzen werden geschlossen, Kriege gehen mit unveränderter Brutalität weiter und viele Krisen geraten zunehmend aus dem Blick, weil die Medien zu 80 % aus Corona-News bestehen (erinnerst du dich z. B. noch an die Heuschreckenplage und die dadurch drohende Hungersnot in Afrika ?)

Meine Vermutung, was die Effekte aus der Coronavirus-Pandemie angeht: In Zukunft haben wir etwas mehr Schutzmasken und -kleidung auf der hohen Kante und es gibt auch ein paar Intensivbetten und Atmungsgeräte mehr. Und in Deutschland hoffentlich auch etwas mehr Toilettenpapier. Dank der Impfung, die ab nächstem Jahr bereitstehen wird, fühlen wir uns aber alle wieder sicher und machen weiter wie bisher.

Klingt pessimistisch? Möglich, aber zu glauben, dass eine globale Krise, die die ganze Welt auf längere Zeit massiv belasten wird, in ein Paradies mündet, ist naiv.

Coronavirus Paradies


25.03.2020

UNICEF bittet als Teil der Vereinten Nationen jetzt weltweit um Unterstützung. Für Nothilfe in 51 Ländern werden von der UN 2 Milliarden US-Dollar benötigt, davon über 650 Millionen für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Erscheint auf den ersten Moment viel, aber wenn man mal überlegt, wie viele Kinder und Familien weltweit betroffen sind bzw. sein werden, relativiert sich das relativ schnell.

Die UNICEF-Pressemitteilung zum Nothilfeaufruf findest du hier.

UNICEF Nigeria coronavirus awareness


Die Schockwellen, die die Corona-Pandemie weltweit auslöst, sind beeindruckend – und erschreckend.

Allein in Bangladesch haben große Modelabels wie Primark Aufträge für mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar storniert. Kein Wunder. So hat H&M beispielsweise in Deutschland seit dem 18.03. alle Filialen in Deutschland, den USA und weiteren Ländern geschlossen. Auch Primark hat 376 Läden in 12 Ländern dicht gemacht.

Die Auswirkungen auf die Produktionsländer sind entsprechend dramatisch – besonders in Staaten, in denen man von Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld noch nie etwas gehört hat. Einen spannenden Artikel zum Thema findest du hier.

H&M Coronavirus

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24.03.2020

Passend zum Thema “mögliche Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie auf Schwellen- und Entwicklungsländer: Gestern hat UNICEF in einer Pressemitteilung zum Weltwassertag darauf hingewiesen, dass sich drei Milliarden Menschen zu Hause nicht die Hände waschen können. Weltweit haben fast die Hälfte aller Schulen keine Anlagen für das Händewaschen mit Wasser und Seife. Den Rest kann man sich ausrechnen.

Händewaschen Ruanda

© UNICEF/UNI210837/Rudakubana

Was passiert eigentlich, wenn das Coronavirus in einem Schwellen- oder Entwicklungsland grassiert? Kaum vorstellbar. Der Geschäftsführer des kirchlichen Hilfswerks Misereor, Martin Bröckelmann-Simon, weist bei tagesschau.de beispielsweise darauf hin, dass 70 Millionen Inder dicht gedrängt in Slums leben. Abstandhalten oder Kontaktsperren sind dort ein frommer Wunsch, mehr aber nicht. Von der medizinischen Versorgung ganz zu schweigen.

Norwegen hat deshalb den Aufbau eines Hilfsfonds unter UN-Schirmherrschaft vorgeschlagen, wie es ihn schon für die Ebola-Epidemie 2014/2015 gegeben hat.

Coronavirus in Schwellen- und Entwicklungsländern


Die Zahlen des Robert Koch Instituts bleiben unerfreulich: Am Freitag, dem 20.03., waren 13.957 Infizierte, Stand 24.03. sind es 27.436 also fast 13.500 mehr. Statt 31 sind es inzwischen 114 Tote.

Ob die Kontaktsperre wirkt, werden wir wohl frühestens in einer Woche sehen.

Robert Koch Institut


Ab und zu brauche ich was zum Lachen. Mein heutiges Lieblingsvideo:


Kontaktsperre, Ausgangsbeschränkungen: So richtig die Maßnahmen im Moment auch sein mögen, sollte man sich einmal klarmachen, wie stark gerade unsere in unsere durch das Grundgesetz verbrieften Rechte eingegriffen wird. Freizügigkeit, Versammlungsfreiheit und die Unverletzlichkeit der Wohnung können auf Basis des Infektionsschutzgesetzes Abs. 17 außer Kraft gesetzt werden – und das passiert nun auch.

Auch mit der freien Ausübung des Berufs ist es für viele Berufsgruppen erst einmal vorbei.

Dazu kommt noch die Diskussion über die Weitergabe von Handy- und Bewegungsdaten. Die Deutsche Telekom hat bereits anonymisierte Handydaten an das Robert Koch Institut übergeben, mit denen sich die Bewegungsmuster der Nutzer auswerten lassen.

Man hört immer wieder Kritik an der Bundesregierung, dass es viel zu lange gedauert hat, die Kontaktsperre bzw. Ausgangsbeschränkungen zu beschließen. Persönlich bin ich recht froh darüber, dass sich die Regierung diese Entscheidung nicht leicht gemacht hat. Auch erwarte ich, dass die Einschränkungen so schnell wie möglich wieder zurückgenommen werden.

In der Zeit gibt es unter dem Titel “Die andere Gefahr” einen interessanten Kommentar zu dem Thema.

Grundgesetz


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23.03.2020

Nike ruft die Menschen mit Instagram-Werbung auf, zuhause zu bleiben. Die  meisten Kommentare sind alles andere als schmeichelhaft. Auf mich wirkt das Ganze auch recht aufgesetzt. Während andere Unternehmen Schutzmasken (z. B. der Hemdenhersteller Trigema) oder Desinfektionsmittel (z. B. der Luxusgüterkonzern Moet Hennessy Louis Vuitton) produzieren – man mag auch das für PR-Gags halten, aber wenigstens sind es gute – beantwortet Nike als Marke zwei einfache Frage nicht:

  1. Was tust Du in dieser Krise, um zu helfen?
  2. Wieso sollten wir Dir diesen Appell abkaufen?

Nike Instawerbung Corona

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Schöne Sache: Einige prominente Fussballer wie Leon Goretzka, Joshua Kimmich und Robert Lewandowski haben unter dem Motto “We Kick Corona” mehrere Millionen Euro gespendet, die karitativen, sozialen oder medizinischen Einrichtungen im Kampf gegen das Coronavirus helfen sollen.

Mehr unter www.wekickcorona.com

wekickcorona

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Ich war nie ein großer Fan von Oliver Pocher. Aber sein Instagram-Videos sind echt sehenswert. Er hat sich ja selbst infiziert und sitzt im Moment Zuhause in Quarantäne. Seine Kommentare zu vielen Influencern, die den Schuss noch nicht gehört haben, sind große Klasse.

Oliver Pocher Instagram

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Auf der Seite des Robert Koch Institus gibt es jetzt eine Seite, auf der man sich die Anzahl der Infizierten und Verstorbenen auf Landkreisebene ansehen kann.

Es gibt sogar eine Suche nach Postleitzahlen.

Karte Robert Koch Institut Landkreisebene


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22.03.2020

Vorgestern ein Tweet der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken, die sich gegen eine Ausgangssperre ausspricht. Während sich der Finanzminister Olaf Scholz lernfähig zeigt und von der schwarzen Null abrückt, scheint Frau Esken noch in einem Paralleluniversum zu leben.

In Italien sind binnen eines Tages 600 (!) Menschen gestorben. Wir tun gut daran, alle Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen.

Tweet Saskia Esken

 


In der Nacht zum Samstag hat die Polizei im Saarland wohl wieder diverse “Corona-Partys” aufgelöst, schreibt die Saarbrücker Zeitung.


Gerade mal bei Google Shopping “Corona” eingegeben. Funny. Not.

Corona Google Shopping

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21.03.2020

Heute im Coronavirus-Update, dem Podcast des NDR mit Prof. Dr. Christian Drosten  u. a. das Thema Ausgangssperre (Folge 18 ab Minute 19).  Sehr hörenswert.

Podcast NDR Corona


Gerade beim Einkaufen gewesen. Das Regal mit Toilettenpapier ist wieder/immer noch leer. Zum Kopfschütteln – und weiterer Grund, keinem mehr die Hand zu schütteln. Am Ende wäre es ja einer, dem die Vorräte ausgegangen sind.

Überall in meinem Supermarkt sind Klebestreifen, um die Einkaufenden zu einem Sicherheitsabstand von zwei Metern anzuhalten. Mein Eindruck: Von zehn Leuten halten sich sieben daran, drei Idioten hat man immer. Das sind im Augenblick leider genau drei zuviel. Hat mir auch das Personal auf Nachfrage bestätigt, dort erwarten die meisten eine Ausgangssperre. Das Ganze erinnert mich ein wenig an das Thema “Sicherheitsabstand auf der Autobahn”: Man kann es den Leuten vorrechnen. Aber es gibt immer ein paar Idioten, die es nicht begreifen (wollen).


Das erste bekannte Unternehmen meldet aufgrund der Coronavirus-Epidemie Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit: die Restaurantkette Vapiano.

Die finanzielle Lage von Vapiano war zwar vorher schon nicht rosig, aber das wird sicher nicht das letzte Unternehmen gewesen sein.

Vapiano


Bayern verkündet Ausgangsbeschränkungen. Söder spricht von vollen Ca­fé und Restaurants, Corona-Partys usw.

Wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis weitere Bundesländer nachziehen.

Das ist nun die Quittung dafür, dass viele Deutsche schlicht zu ignorant oder zu dämlich sind, um Ihr Verhalten zu ändern. In Italien ersticken Patienten, die nicht mehr beatmet werden können. Wollen wir das hier auch?

In diesem Zusammenhang die aktuellen Fallzahlen vom Robert Koch Institut: 13.957. Damit eine Erhöhung gegenüber gestern von 2.958 Fällen.

Bayernfahne


Aus der Kategorie nutzloses Wissen: Warum heißt das Ding eigentlich Coronavirus?

Lateinisch heißt “corona” so viel wie “Kranz, Krone”. Und in der Tat sehen Coronaviren bei hoher Auflösung unter dem Elektronenmikroskop so aus, als hätten Sie einen Strahlenkranz.

Coronavirus Elektronenmikroskop

Coronavirus schematisch

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20.03.2020

Schön zu sehen, dass es Nachbarschaftshilfe gibt, z. B. für den Gang zur Apotheke oder fürs Einkaufen.

An einer Laterne bei mir um die Ecke:

Nachbarschaftshilfe Coronavirus

Auch auf Nachbarschaftsportalen wie nebenan.de bieten viele Leute ehrenamtlich ihre Unterstützung an.

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19.03.2020

UNICEF Deutschland hat zwei gute Seiten veröffentlicht:

UNICEF Coronavirus

© UNICEF/UN0198824/Sokhin


Der Podcast des NDR mit Prof. Dr. Christian Drosten (Leiter der Virologie an der Berliner Charité) ist sehr hörenswert. Fundiert, ohne zu überfordern. Heute ging es um die Frage nach einem möglichen Medikament gegen die Infektion mit dem Coronavirus. Das Malaria-Medikament Chloroquin wird momentan heiß gehandelt, aber wie so oft sind die Dinge komplizierter als man im ersten Augenblick denkt.

Podcast NDR Corona


Starkes Signal aus Bayern: Das Bundesland stellt bis zu 10 Milliarden Euro Soforthilfe für Selbständige, Freiberufler und kleine Unternehmen bereit. Das Ganze ist gestaffelt zwischen 5.000 bis maximal 30.000 Euro. Der Antrag sieht insgesamt sehr überschaubar aus.

Bleibt zu hoffen, dass andere Bundesländer bald nachziehen, denn gerade bei den kleineren Firmen ist die Kapitaldecke oft dünn und Kredite und Steuerstundungen helfen da auch nur begrenzt weiter.

Soforthilfe Corona Bayern


John Oliver hat übrigens ein neues Video über das Coronavirus gemacht. Wer einigermaßen Englisch kann, unbedingt ansehen (Teil 1 findest du hier) :


Sehr sehenswert ist neben der Seite des Robert Koch Instituts die Seite der WHO zur Coronavirus-Epidemie.

Schockierend ist die Zahl der kumulierten Fälle, die täglich gemeldet werden:

Coronavirus kumulierte Fälle Deutschland

Wer mit dem Begriff “exponentielles Wachstum” nichts anfangen kann, kann sich ja mal die obige Grafik ansehen.

Zum Vergleich Italien. Fällt dir was auf?

Coronavirus kumulierte Fälle Italien

Laut Robert Koch Institut sind wir Stand heute sogar bei fast 11.000 bestätigten Fällen, also schon wieder fast 3.000 mehr Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben.

Dabei dürfte die Dunkelziffer deutlich höher liegen. Ob drei-, fünf- oder zehnmal so hoch weiß allerdings niemand.

Ob die neue Maßnahmen greifen, wissen wir in ein bis zwei Wochen.


Der Ölpreis liegt inzwischen bei noch etwas über 25 US-Dollar pro Barrel. Vor fünf Jahren lagen wir noch bei über 125 US-Dollar. Hätte das jemand für möglich gehalten?

Der Dax ist inzwischen von knapp 14.000 Punkten auf etwas über 8.000 gefallen, also gut 40 %. Ähnliches gilt auch für die anderen wichtigen Indizes wie Dow Jones, S&P 500 usw.

Wer einen guten Überblick über die Finanzmärkte haben möchte, findet ihn zum Beispiel bei

Godmode-Trader.de.

Oft höre ich ja: “Ich habe keine Aktien, das interessiert mich nicht.”

Fragt man genauer nach, hört man dann von Berufsunfähigkeitsversicherungen mit Ansparmodell in Fonds, Fondssparplan für vermögenswirksame Leistungen, Enkel usw. Für einige, die glauben, ihr Geld “sicher” angelegt zu haben, kann das noch ein böses Erwachen geben – vor allem wenn sie kurzfristig an das Geld ranwollen.

Wer noch 5 -15 Jahre Zeit hat, um die Sache auszusitzen oder sogar das nötige Geld, Aktien mit Substanz nachzukaufen, kann sich dagegen etwas entspannter zurücklehnen, anstatt jetzt panisch zu verkaufen.

Aber auch die angeblich sicheren Häfen wie Gold sind um über 20 % gefallen. Außerdem ist Gold in den letzten Jahren bei weitem nicht so stark gestiegen wie Aktien.

Bitcoin und andere Kryptowährungen haben sich seit Beginn der Coronavirus-Epidemie sogar halbiert.


Bei dem Foto bekommt man aktuell doch richtig Lust auf eine Stelle im Vertrieb 😉


Regal mit Toilettenpapier in meinem Supermarkt:

Eine Kassiererin erzählte mir, dass Leute auf die Ansage, dass Sie nur ein oder zwei Pakete kaufen sollen, rotzfrech geantwortet haben, dass Sie dann einfach später noch mal wiederkommen und sich an einer anderen Kasse anstellen.

Aber wer weiß: Vielleicht bekommen Deutsche, die sich mit dem Virus infiziert haben, nicht nur Lungenentzündung sondern auch noch chronischen Durchfall.

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18.03.2020

Ein echter Schocker ist der Ted Talk von Bill Gates aus dem Jahr 2015 nach der großen Ebola-Krise 2014/2015 in Guinea, Liberia und Sierra Leone. Prophetische acht Minuten, die einem mit Blick auf heute Gänsehaut machen:


Foto von gestern, eine “Drive-in-Apotheke” in meiner Nähe:

Gleichzeitig habe ich heute am Rhein Hunderte gesehen, die eng auf einem Haufen Bier getrunken oder Shishas geraucht haben.

Dazu kann man eigentlich nur sagen: Ausgangssperre, wir kommen!


Ein Video, das ziemlich viral gegangen ist:

Eltern schreiben mir, dass sie besonders “Tag 4” gut finden. Klar, mit Kindern in der Quarantäne kommt es schnell zum Budenkoller.


Passend dazu:

Homeoffice Coronavirus

Für viele ist Homeoffice nur begrenzt praktikabel.

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