Klimapaket: Prima Klima für PendlerLesedauer 1 Min.

Wer als Pendler mit Sorge auf das kommende Klimapaket der Bundesregierung geblickt hat, kann sich für die kommenden Jahre tiefenentspannt wieder zurücklehnen: Autofahren wird auf absehbare Zeit durch die CO2-Bepreisung kaum teurer.

 

Spritpreise steigen homöopathisch

2021 soll laut Klimapaket der Handel mit Verschmutzungsrechten starten. Dann werden pro Tonne CO2 Verschmutzungsrechte im Wert von 10 € für Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas fällig. Das entspricht ungefähr 3 Cent pro Liter Benzin.

Bis 2025 soll der Preis dann in Schritten von 5  Euro auf 35 Euro steigen. Das entspräche dann knapp 10 Cent.

 

Was heißt das in der Praxis?

Gehen wir mal hoch ran – und von einem Pendler aus, der am Tag 150 km zurücklegen muss, um zu seinem Arbeitsplatz und wieder zurückzukommen. Bei 225 Arbeitstagen im Jahr reden wir dann von ca. 30.000 km im Jahr.

Sagen wir außerdem, unser Pendler fährt nicht das sparsamste Auto und braucht 8 Liter Sprit auf 100 Kilometer. Das entspricht auch in etwas dem Durchschnittsverbrauch der in Deutschland zugelassenen PKW (hier eine Statistik).

Ergebnis: Durch die CO2 Verschmutzungsrechte aus dem Klimapaket muss er 2021 den Betrag von 72 € mehr für seine Fahrt zum Arbeitsplatz bezahlen. Und auch in den Folgejahren braucht unser Pendler nichts zu fürchten. Hier die Tabelle:

 

Jahr Kosten CO2 Verschmutzungsrecht in Euro Zusatzkosten pro Liter Benzin in Cent Kosten für Pendler  pro Jahr (30.000 km, 8 Liter pro 100 km) in Euro
2021 10 3 72
2022 15 4,5 108
2023 20 6 144
2024 25 7,5 180
2025 30 9 216
2026 35 10,5 252

 

Anders gesagt: In den nächsten paar Jahren liegt die Mehrbelastung bei maximal 20 Euro im Monat- und dass auch nur, wenn man jeden Tag 150 km mit dem Auto zurücklegt. Das ist extrem weit über dem tatsächlichen Bevölkerungsdurchschnitt, denn der liegt bei etwas über 10 Kilometern (hier die Ergebnisse einer Untersuchung).

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Pendlerpauschale: ein kleines Zuckerl oben drauf

Wer diese Beträge angesichts der dramatischen Klimaveränderungen trotzdem noch für unzumutbar hoch hält, muss sich nicht grämen. Denn gleichzeitig zu der Einführung der Verschmutzungsrechte steigt die Pendlerpauschale von 30 auf 35 Cent.

Bei den großen Automobilkonzernen dürften die Sektkorken bei solchen Ergebnissen gar nicht mehr aufhören, zu knallen.

 

Lenkungswirkung des Klimapakets? Fehlanzeige

Mal im Ernst: Wird wegen obiger Beträge irgendjemand seinen CO2-Fußabdruck überdenken? Ein spritsparendes Auto oder ein Elektroauto kaufen? Auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen? Gar auf den Kauf von Wohneigentum in der Peripherie verzichten oder sich Wohnraum suchen, der näher an der Arbeitsstätte liegt?

Lächerlich.

Zumindest dieses Element des Klimapakets beschert uns nichts weiter als verlorene Jahre für den Klimaschutz.

Anscheinend ist das Thema immer noch nicht drastisch genug kommuniziert, um die notwendigen Veränderungen einzuleiten.

 

—- geschrieben in meinem Porsche Cayenne Coupé Turbo —-

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