Augen auf oder zu beim Meditieren?Lesedauer 1 Min.

Augen auf oder zu beim Meditieren? Natürlich zu. Natürlich auf. In verschiedenen Büchern bzw. Schulen gibt es recht unterschiedliche Ansichten dazu, ob die Augen beim Meditieren offen oder geschlossen bleiben sollen. Aber was stimmt wirklich?

Falsche Frage

Ich würde die Frage erst einmal etwas anders formulieren: Welche Vorteile bzw. Nachteile hat es, mit offenen oder geschlossenen Augen zu meditieren?

Folgendes habe ich dazu gelesen bzw. von verschiedenen Schülern und Lehrern gehört.

Werbung

Augen zu beim Meditieren

Die Empfehlung, beim Meditieren die Augen geschlossen zu halten, wird häufig damit begründet, dass es dann leichter ist, Ruhe zu finden, den Fokus nach innen zu richten und äußere Eindrücke auszublenden. Die Konzentration geht leichter zum Atmen, Zählen oder was sonst man so tut, wenn man nichts tut. Mit offenen Augen besteht die Gefahr, dass die Gedanken relativ schnell abschweifen. Oder anders gesagt: Man öffnet einen Sinneskanal, was potenziellen Ablenkungen “eine Tür öffnet”.

Wenn du beispielsweise mit der App “Headspace” deine ersten Schritte in die Welt der Meditation machst, ist das Schließen der Augen fester Bestandteil der geführten Meditationen.

Augen auf beim Meditieren

Die Vertreter der “Augen offen”-Fraktion sehen das etwas anders. Natürlich bedeutet offene Augen nicht, dass man mit weit aufgerissenen Augen in einem möglichst hellen Raum sitzt und den Blick wild schweifen lässt. Es geht eher darum, einen Punkt zu finden, den man mit weichem Fokus, also ohne zu starren, ansieht. Vorteil: Der Übergang von der Meditation zurück in den “Normalmodus” ist weniger abrupt. Anders ausgedrückt: Es soll dadurch leichter gelingen, den erreichten Zustand mit in den Alltag zu nehmen, was letztlich ja ein wichtiges Ziel der Mediation ist. Außerdem hilft, bei der Mediation wach und konzentriert zu bleiben.

Diese Art zu meditieren findet sich beispielsweise im Zen-Buddhismus.

Und jetzt? Augen auf oder zu beim Meditieren

Es gibt also gute Argumente für beide Arten der Meditation. Persönlich kenne ich keine wissenschaftliche Untersuchung, die der einen oder anderen Übungsweise bessere Ergebnisse bescheinigt, also z. B. Erreichen tiefere Meditationszustände, schnellere gesundheitliche Verbesserungen, höhere Bewertung des eigenen Wohlbefindens usw.

Das wäre aus meiner Sicht aber ein wichtiges Kriterium, um wirklich eine handfeste Empfehlung zu geben.

Was ich aus meiner Erfahrung nicht empfehlen würde: ständig zwischen beiden Möglichkeiten zu wechseln. Zumindest zu Beginn ist eine gewisse Konstanz beim Meditieren nötig, also:

  • Feste Tageszeiten
  • Festgelegte Länge der Meditation
  • Gleiche Sitzposition
  • Gleiches Rein- und Rauskommen aus der Meditation

Abgesehen davon der einfach Rat: Anstatt die Zeit mit einer Diskussion über die Vor- und Nachteile von Augen auf oder zu beim Meditieren zu verbringen, solltest du besser: meditieren.

Passende Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.